Laptop langsam in Linz? Wie zwei Filiallaptops einer Bäckerei wieder flott wurden
Wer erinnert sich noch an die legendären Telefonsex-Werbespots¹ vergangener Zeiten? Hinter der Fassade führten Hausfrauen immer dieselben Gespräche, während sie gleichzeitig bügelten, putzten oder die Schuljause für ihre zahlreichen Kinder herrichteten. Der Telefondienst bei Computerheld Linz funktioniert ungefähr genauso. Mein häufigstes Kundengespräch beginnt mit: „Mein Laptop ist zu langsam.“ Das ist einerseits ganz schön. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass wir langsame Kröten ohne Datenverlust in Raketen verwandeln können. Andererseits findet die „Magie“ nicht auf der Ebene statt, die sich der Anrufer wünschen würde. Auf das „Mein Laptop ist zu langsam“ folgt nämlich fast immer noch: „Der müsste einmal entrümpelt werden.“

In Zeiten von “Windows as a Service” ist nichts befriedigender als Dinge wie WinZip Malware Protector oder PC Driver Helper zu löschen. Dieser Ballast ist aber nicht die Ursache für langsame Systeme. Die Geschwindigkeit eines Betriebssystems hängt in erster Linie davon ab, wie schnell Daten zwischen Arbeitsspeicher (RAM) und Massenspeicher (HDD/SSD) ausgetauscht werden können. Während der RAM ohne äußere Einflüsse praktisch unsterblich ist, sind Festplatten und SSDs Verschleißteile — ganz ähnlich wie Bremsbeläge.

Jeder kann auch ohne große Fachkenntnisse im Windows-Task-Manager selbst erkennen, wie es um seinen Massenspeicher bestellt ist. Liegt die durchschnittliche Antwortzeit des Systemlaufwerks (C:) dauerhaft über 100 ms, hat man den Flaschenhals bereits gefunden.
Ich 📱: „Computerheld Linz, grüß Gott!“
Kunde 📱: „Servas! I hob zwoa Laptops in da Filial. De san narrisch langsam. Mochst sowos?“
Ich: „Lassen Sie mich raten: Die Laptops sind älter als fünf Jahre, es läuft Windows 10 und es wurde noch nie etwas daran gemacht.“
Kunde: „Jo. De san scho oid. Mehr waß i a ned.“
Ich: „Warum keine neuen? Im MediaMarkt gibt es doch HP-08/15-Notebooks für unter 400 Euro pro Stück.“
Kunde: „Und wer richt ma de ein? Do is ois drauf. Des muaß wieda renna.“
Kategorie Lieblingskunde ❤️
Kein Fachsimpeln, um meine Qualifikation zu überprüfen. Keine endlosen Erklärungen und kein Zuspruch, bevor es losgeht. Stattdessen eine klare Ansage: „Ich habe dich angerufen – jetzt mach einfach.“
Am späten Abend fuhr ich in die Backstube, um die beiden Laptops abzuholen. Während ich schon ziemlich müde war, erledigten die Nachtarbeiter gut gelaunt ihr Tagwerk – begleitet von dröhnendem Techno. Am nächsten Morgen öffnete ich die Geräte und fand, wie erwartet, zwei gute alte 2,5‑Zoll-Festplatten vor. Die mechanischen Massenspeicher drehen gemütliche 5.400 Umdrehungen pro Minute und sind im Jahr 2026 längst nicht mehr zeitgemäß.
Also tauschte ich die Festplatten gegen moderne Solid State Drives (SSDs) aus. Wenn die Laptops ohnehin schon offen waren, gab es gleich noch eine Extraportion Liebe: putzi putzi, blasi blasi. Klappe zu – und dann begann die eigentliche Arbeit. Denn der Kunde hatte gleich am Telefon gesagt: „Do is ois drauf. Des muaß wieda renna.“ Das bedeutete für mich: Klonen statt Neuinstallation. Hundertmal gemacht, hundertmal dabei geschwitzt – denn irgendeine Überraschung findet sich fast immer.
Zu guter Letzt blieb noch das Windows-Problem. Ein Geschäftsrechner mit E‑Mail-Programm, Browser und Office-Anwendungen baut im Laufe eines Arbeitstages mehrere Tausend Internetverbindungen² auf. Gleichzeitig wird die E‑Mail-Adresse eines renommierten Bäckers regelmäßig mit Phishing-Mails und anderen Betrugsversuchen bombardiert.
- Genau hier setzt der bereits erwähnte Gedanke hinter „Windows as a Service“ an. Microsoft entwickelt Windows kontinuierlich weiter und schließt laufend neu entdeckte Sicherheitslücken.
Voraussetzung dafür ist allerdings eine noch unterstützte Windows-Version. Seit dem 14. Oktober 2025 bedeutet das: Nur Windows 11 erhält weiterhin kostenlose Sicherheitsupdates. Also gab es zum Abschluss noch zwei Windows-Inplace-Upgrades.
🐧 Linux eine Option?
Manche Kunden reagieren launisch, wenn wir sie auf die Risiken eines veralteten Betriebssystems hinweisen. Dabei sehen wir im Arbeitsalltag regelmäßig, wie schnell nicht mehr unterstützte Windows-Versionen kompromittiert werden können. Nutzt jemand seinen Computer ausschließlich zum Surfen, für E‑Mails und Office-Anwendungen, empfehlen wir Ubuntu oder Linux Mint. Im Fall des Bäckers war das jedoch keine Option. Ein spezieller Etikettendrucker sowie der Raiffeisen TAN-Generator machten den Umstieg auf Linux unmöglich. Unabhängig davon empfehlen wir in einem geschäftlichen Umfeld grundsätzlich Windows – allerdings stets in einer aktuellen und noch unterstützten Version.
💻 Laptop langsam?
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Referenzen:
¹Radio Bremerhaven: Alter VOX Werbeblock Nachts: 0190-Nummern. youtube.com (07/2026).
²Vetter, Sascha: Sniffnet unter Ubuntu: Welche Verbindungen baut das System auf – und warum Phishing dabei eine größere Rolle spielt als Malware. pinguin.gws2.de (07/2026).



