Gaming-PC-Service in Linz: ARGB, Lüfter & ein hartnäckiger Froschberger
Die Terminsituation war im Herbst 2025 alles andere als ideal. Genau in diesem Moment rief ein Student an, der eine Windows-Neuinstallation mit vorheriger Datensicherung benötigte – und zwar noch am selben Tag. Meine Antwort fiel deshalb eindeutig aus: „There is no chance of getting an appointment in the next 10 days.“ Warum? Ganz einfach: Stammkunden werden bevorzugt behandelt und genau aus dieser Richtung kommen laufend viele Aufträge. Kein Wunder also, dass manche Anrufer versuchen, die „Freundeskarten“ auszuspielen und sich dabei fühlen wie Bernd Stromberg aus der gleichnamigen TV-Serie: „Vitamin B, ne? Wer wen kennt. Und ich kenn’ sie eben alle – zumindest die Wichtigen.
Ich 🎙️ (unterwegs, leicht in Eile): „Computerheld Linz, grüß Gott!“
Kunde: „Servas! Ihr mochts jo PCs die leichten, oder?“
Kunde: „Auf eicha Seitn hob i g’sehn, dass ihr aus normale Rechner richtig leiwande Gaming-Kistn bauts.“
Ich 💭 (gedanklich): „250-Euro-Hofer-PC mit LED-Lüftern > unbeleuchtete 3000-Euro-Workstation.“
Ich: „Ja, das machen wir.“
Kunde: „Passt! Und wann kannst kema? I briach a gscheids Leichten, ordentlichs Kabelmanagement und a sauber eing’stellte Belüftung. Geht si’s heit no aus? Oder morgn?“
Ich: „Leider nein. Der früheste Termin wäre Donnerstag Vormittag – in zehn Tagen.“
Kunde (kurze Pause 💬): „Äh… najo… i kenn Marius L. aus Urfahr. Der is a Stammkunde bei eich – a richtig guada Haverer.“
Ich 🤨: „Ja… der Name sagt mir etwas.“
Bei dem Telefonat stand ich gerade irgendwo auf der Landstraße und wusste ehrlich nicht mehr, was ich noch sagen sollte. Die Situation erinnerte mich an damals, als ich mit 14 mit ein paar Freundinnen in die Dorfdisco wollte und zum Türsteher sagte: „Wir kennen den Deejay, der ist unser Nachbar.“ – genau dieses Vibe-Level hatte das Gespräch. Und es ging noch weiter:
Kunde: „I kenn sowieso a Haufa Leit. Bin a echta Linzer und hackl in am Konzern.“
Ich 😵💫 (leicht verzweifelt): „Wow… Sie sind ja ein richtiger Celebrity.“
Kunde: „Naa, des ned. Owa i kenn so ziemlich jeden Wichtig’n in Linz. Oiso, kummst morgen. Mochst des. I hob hardwaretechnisch olles daham. Is am hintern Froschberg.“
Ich: „Lieber Herr, es warten viele Menschen auf ihren Termin. Was soll ich denen sagen? Ich kann Ihnen aber gerne die Telefonnummer eines Kollegen geben – der hat vielleicht früher Zeit.“
Kunde (entschlossen, OÖ-Modus 200%): „Na na! Des muast scho du mocha. I hob des auf de Seitn g’segn und des passt. Und da Marius sogt a, dass es eh bast.“
Die allermeisten Anrufer hätten sich in diesem Moment die Nummer eines Kollegen geben lassen und gesagt: „Okay, ich weiß Bescheid, ich suche jemand anderen.“ Doch dieser Mann mittleren Alters zeigte eine beeindruckende Hartnäckigkeit – und genau das wollte ich dann irgendwie auch honorieren.
Ich ⚡ (etwas forscher): „Vorschlag: Ein Kollege holt Ihren PC morgen Vormittag samt der Hardware ab, und ich mache den Umbau dann hier bei mir. Das ist mir ohnehin lieber – sonst sitze ich vier Stunden in Ihrem dunklen Wohnzimmer und fummle mit der Taschenlampe im Gehäuse herum.“
Kunde 🤔: „Mein PC geb i ungern her… und donn waß i ned, ob’s des a wirklich du mochst.“
Ich 🔧 (mit Nachdruck): „Ich mache es – großes Indianerehrenwort. Gerade beim Kabelmanagement brauche ich Studiobeleuchtung. In 24 Stunden wäre alles fertig. Mein Kollege baut anschließend alles wieder bei Ihnen auf. Der Abhol- und Zustellservice kostet nur 15 Euro extra.“
Kunde: „Owa a wirklich! Du muast ned huadln – i will’s g’scheit, oba trotzdem g’schwind.“
Der gute Herr nahm meinen Vorschlag schließlich an – und ab diesem Moment lief wieder alles nach dem altbekannten Schema ab. Zum Vorschein kamen ein XK-00023-ARGB-Hub, ein AM4-Leuchtekühler aus China sowie drei LED-Lüfter von Amazon. Dazu – wie so oft – ein viel zu kleines ATX-Gehäuse und die billigsten SATA-Kabel, die der Onlinehandel je ausgespuckt hat.
Kein Drama. Immer wenn ich etwas Zeit zwischendurch hatte, setzte ich die Kundenwünsche um und konfigurierte mein bewährtes Lüfterkonzept: vorne saugen – hinten blasen. Eine simple, aber effektive Konfiguration, die schon so manchen überhitzten Gaming-PC gerettet hat.
Ungefähr 38 Stunden später hatte der Froschberger seinen geliebten PC wieder. Mein Kollege stellte alles sauber auf, kassierte ab und übergab die Rechnung – wie aus dem Bilderbuch. Am Abend sah ich dann erneut die Nummer des Herrn auf dem Hotline-Display aufleuchten. Ich ahnte Böses:
Ich 📞: „Guten Abend, Herr K., alles Roger in Kambodscha?“
Kunde: „Servas! Oiso, des Leichten is supa und die Kabln a – des host guad g’macht. Owa… die Lüfter drahn ned. Du musst jetzt no kemma, i will spoin. Oiso: da CPU-Lüfter draht, die anderen ned – kummst glei?“
Ich 🛠️: „Bei Ihrem ARGB-Hub ist eine Fernbedienung dabei. Drücken Sie bitte mal auf die Taste S+.“
Kunde (man konnte ihn förmlich denken hören): „I druck S+. Jetz draht sie’s.“
Ich: „Die Lüfter haben verschiedene Stufen. S+ macht sie schneller und lauter, S− ist das Gegenteil.“
Kunde: „Na, des passt ned… da CPU-Lüfter draht si imma glei.“
Ich 💡: „Ja, weil der am Mainboard hängt. Der wird temperaturabhängig geregelt. Die Beleuchtung und die drei Gehäuselüfter steuert Ihr ARGB-Hub.“
Kunde: „Mei, bist du g’scheit! Jetz geht ois – und kold is a.“
Ich: „Ja, cool oder? Ich hab’s kontrolliert: zwischen 22 und 30 Grad – perfekt.“
Kunde: „Oiso wie g’sagt: I kenn an jeden, i werd eich fix weiterempfehlen. I bin ja jetz a Stammkunde – und wenn ana meinen Namen sagt, kimmt er glei dran.“
Am Ende quatschten wir noch etwa zehn Minuten. Der Herr möchte mich ins Landhaus einladen, um mich dort „wichtigen Leuten“ vorzustellen. Außerdem soll ich mir einmal Pizza auf seine Rechnung bestellen. Und nicht zuletzt vereinbarte er gleich Termine für seine Frau: Laptop, E‑Mail, Drucker – aber nur, wenn ich persönlich komme. Kein Problem – ist ja erst im Dezember. 🙂
Obwohl bei diesem Auftrag eigentlich alles wie immer war – Terminverhandlungen, ältere Hardware, dazu ein paar Leuchtelemente für den „Gaming“-Look – ließ mich die Geschichte länger nachdenken. Der gut situierte Froschberger Gamer hatte mir nämlich etwas angedreht, das ich offiziell gar nicht anbiete: einen exklusiven, quasi invite-only Reparaturdienst.
Aber wer weiß – vielleicht, wenn ich eines Tages wirklich die Linzer Landhaus-Schickeria kenne und zur lokalen High Society zähle, kann ich tatsächlich sagen: „Tut mir leid, Sie stehen nicht auf der Liste.“
Bis es soweit ist:
Der Weg zum Gaming-PC führt nur über ARGB!
📞 +43 681 842 00111 - “Marius sogt a, dass es eh bast.“
👉 Namedropping führt nicht zur schnelleren Terminvergabe, wobei — wer weiß 😉






