Schlagwort: Linux Beratung

Linux in Linz: Sicher unterwegs mit Ubuntu & Mint

Wer in Linz ein Lin­ux-Sys­tem instal­lieren oder betreuen lassen will, lan­det unweiger­lich bei Com­put­er­held — das ist Fakt. Entsprechend oft geben wir Auskun­ft über unixähn­liche Betrieb­ssys­teme. Die Stan­dard­frage lautet dabei: „Was kann man mit Lin­ux eigentlich machen?“ — und ehrlich gesagt: Das aus­führlich zu erk­lären ist müh­sam. Viel ein­fach­er ist es, die typ­is­chen Lin­ux-Kun­den von Com­put­er­held vorzustellen. Davon gibt es näm­lich genau zwei Grup­pen — bei­de fast immer mit Note­books unter­wegs. Kein Zufall: Die meis­ten brin­gen ältere Win­dows-Lap­tops, welche die Kom­pat­i­bil­ität­sprü­fung für Win­dows 11 nicht mehr beste­hen.

Das Foto zeigt die Unterseite eines weißen Lenovo Yoga 700 Laptops, der verkehrt herum auf einem dunklen Holztisch liegt. Man sieht deutlich die vielen Lüftungsschlitze, die dafür sorgen, dass das Gerät beim Arbeiten nicht überhitzt, sowie mehrere kleine Schrauben, mit denen die Bodenplatte befestigt ist. Links unten befinden sich zwei schmale Schlitze, vermutlich für die Lautsprecher. Auffällig ist eine ovale Stelle an der Unterkante, wo einmal ein Gummifuß geklebt hat, der mittlerweile abgegangen ist – dort sind nur noch Klebereste zu sehen. In der Mitte auf der rechten Seite klebt ein länglicher Lenovo-Aufkleber mit allerlei technischen Angaben, Modellnummern und Symbolen. Besonders ins Auge fällt ein kleiner quadratischer Aufkleber mit dem Windows-Logo, auf den im Foto ein orangefarbener Pfeil zeigt. Dieser Aufkleber weist darauf hin, dass das Gerät ursprünglich mit Windows ausgeliefert wurde. Da der Lenovo Yoga 700 allerdings zu alt für Windows 11 ist, wird er nun mit Ubuntu betrieben, einem freien Linux-Betriebssystem. Foto von Computerheld Linz - September 2025

Kunde: „Mei Lap­top is z’oid, i dat mi für Lin­ux inter­essieren. Wos konn i damit eigentlich owi?“

Ich: „Für Sie kommt Ubun­tu infrage. Ein freies Äquiv­a­lent zu Win­dows.“

Damit ist die Sache eigentlich ein­deutig: Wer kein Adobe Pho­to­shop benötigt, kann prob­lem­los zu Ubun­tu wech­seln — das gilt genau­so für Gamer. Die zweite Kun­den­gruppe unter den Lin­ux-Enthu­si­as­ten in Linz beste­ht aus sicher­heits­be­wussten Men­schen, die sehr genau wis­sen, was sie wollen.

Kunde: „Sei­ds ihr de, de in Linz des Lin­ux mochn?“

Ich: „Richtig, in Sachen Pin­guin sind wir Uni­ver­sal­gelehrte!“

Kunde: „Dann hätt i gern des neich­ste Lin­ux Mint, glei mit AES-256 XTS (LUKS2) ver­schlüs­selt. A Fire­wall mit Ober­fläche und VPN richt’s ma aa ei?“

Ich: „Yes, wir machen Wind­scribe oder Cyberghost (Open­VPN).“

Kunde: „Des Zwoate.“

Das Foto zeigt denselben Laptop wie zuvor: einen aufgeklappten Lenovo Yoga 700, der draußen – offenbar am Balkon oder vor einem Fenster – auf einer Leiste steht. Im Hintergrund sieht man eine grüne Rasenfläche, herbstlich gefärbte Büsche und geparkte Autos; links ragt ein orange-weißer Leitkegel ins Bild. Der Rechner ist hellsilbern, mit schwarzer Displayblende (links oben das „lenovo“-Logo) und einer schwarzen Chiclet-Tastatur. Unter der Tastatur sitzt ein großes Touchpad, rechts unten kleben einige Zier-/Feature-Sticker sowie das Modellabzeichen „LENOVO YOGA 700“. Auf dem Bildschirm ist der Startdialog von Linux Mint 22.2 zu sehen: ein dunkler Hintergrund mit einer hellgrünen Eingabeleiste und dem Text „Please unlock disk sda3_crypt“. Darunter wird per kleines Tastatur-Symbol „at“ angezeigt – die Tastaturbelegung ist also schon beim Booten auf Österreichisch gestellt. Dieser Bildschirm erscheint, weil das System vollverschlüsselt ist (LUKS2 mit AES-256-XTS): Erst nach Eingabe der Passphrase wird die Festplatte entschlüsselt und das eigentliche Linux Mint hochgefahren. Das Foto dokumentiert damit sehr anschaulich, dass der Yoga 700 zwar zu alt für Windows 11 ist, aber mit Linux Mint 22.2 souverän läuft – und das gleich mit sauber eingerichteter Vollverschlüsselung bereits vor dem Systemstart. Eingerichtet von Computerheld Linz

Lin­ux Mint ist der kleine Brud­er von Ubun­tu. Für Gamer und Stream­er taugt es zwar nicht, dafür lässt sich die Dis­tri­b­u­tion in eine echte Fes­tung ver­wan­deln: Die Sys­tem­fest­plat­te kann mit AES-256 XTS (LUKS2) ver­schlüs­selt wer­den – so sind alle Dat­en selb­st bei Note­book-Dieb­stahl sich­er. Eine ein­gerichtete Soft­ware-Fire­wall schützt zusät­zlich, ger­ade wenn man viel in öffentlichen WLANs von Hotels, Unis oder Cafés unter­wegs ist. Und mit einem VPN-Dienst lässt sich der gesamte Daten­verkehr ver­schleiern, sodass wed­er der Betreiber des WLANs noch der heimis­che Inter­ne­tan­bi­eter nachvol­lziehen kön­nen, welche Dien­ste genutzt wer­den.

Der Splitscreen zeigt oben die Systeminfo von Linux Mint und unten die VPN-Einstellungen. Im oberen Ausschnitt ist das Info-Fenster von Mint geöffnet: Als Betriebssystem steht Linux Mint 22.2 Cinnamon (mit Pfeil markiert), die Cinnamon-Version 6.4.8, der Linux-Kernel 6.14.0-29-generic, ein Intel Core i7-6500U @ 2.50 GHz (2 Cores), 7.7 GiB RAM, eine 128-GB-Festplatte sowie die integrierte Intel Skylake GT2 / HD Graphics 520. Als Fenstersystem läuft X11. Unten im Fenster gibt es die Buttons „Systeminformationen hochladen“ und „In Zwischenablage kopieren“. Diese Hälfte dokumentiert also, auf welcher Basis die Maschine läuft: ein älterer Skylake-Laptop mit aktueller Mint-Installation. Im unteren Ausschnitt sieht man das Netzwerk-/VPN-Panel von Cinnamon. Links die Liste der Verbindungen mit WLAN, openvpn (GER) VPN (blau markiert und mit Pfeil hervorgehoben) und openvpn (USA) VPN. Rechts die Detailansicht zum ausgewählten Profil: Status „Nicht verbunden“, VPN-Verbindungstyp: openvpn, Gateway: 87-1-de.cg-dialup.net:443 und Benutzername: Computerheld. Oben rechts ist der Schiebeschalter grau – die Verbindung ist also noch aus. Das Schloss-Icon zeigt, dass es sich um eine VPN-Verbindung handelt. Was passiert: Sobald der Schalter aktiviert wird, baut der Rechner einen OpenVPN-Tunnel zum angegebenen Gateway auf (TLS-Handshake, Authentifizierung, Zuweisung einer virtuellen IP). Danach läuft der gesamte Datenverkehr standardmäßig über das tun0-Interface durch den verschlüsselten Tunnel; nach außen wirkt die Verbindung, als käme sie aus Deutschland (GER-Profil) bzw. aus den USA (USA-Profil). Das schützt in öffentlichen WLANs vor neugierigen Mitlesern, kaschiert die genutzten Dienste gegenüber Hotspot-Betreiber und Provider und kann Geo-Sperren der Streaming-Anbieter umgehen. Schlägt die Verbindung fehl, sind typische Ursachen falsche Zugangsdaten/Zertifikate, ein blockierter Port 443, ein offline Gateway oder schlicht keine aktive Internetverbindung. Bei Erfolg würde der Status auf „Verbunden“ springen und der Schalter grün werden. Computerheld Linz - September 2025

Außer­dem bringt Lin­ux Mint bere­its eine bre­ite Palette an Mul­ti­me­dia-Codecs mit. Dadurch laufen YouTube, Spo­ti­fy, MP3s, MP4-Videos, DVDs und Stream­ing-Inhalte sofort — ganz ohne Zusatza­ufwand. Wer seinen Lap­top gerne für IPTV oder Stream­ing-Dien­ste nutzt, prof­i­tiert zusät­zlich von einem VPN-Dienst. Denn Plat­tfor­men wie Ama­zon Prime, Net­flix oder Dis­ney+ schränken ihr Ange­bot je nach Land ein — in Süd­ko­rea sieht man andere Filme und Serien als in Öster­re­ich. Mit einem VPN lassen sich solche Län­der­sper­ren umge­hen und der Umfang der eige­nen Stream­ing-Abos deut­lich erweit­ern.

Ubun­tu oder Lin­ux Mint? Com­put­er­held Linz küm­mert sich drum. Egal ob Sie Edward Snow­den nacheifern, Mon­tan­aBlack feiern oder das Mol­ly Salzburg betreiben — wir richt­en Ihr Lin­ux-Sys­tem pass­ge­nau nach Ihren Bedürfnis­sen ein.

📞 +43 681 842 00111 – Ter­min direkt fix­ieren.

👉 „Des Lin­ux is a Schas, oba solang ihr des mochts, geht’s eh.“ – Kun­den­mei­n­ung

Linux oder doch nicht? Mein Vor-Ort-Service für eine Studentin an der PH Linz

Ich habe der sech­sten Seite meines Leis­tungskat­a­logs ein stilles Denkmal geset­zt: Lin­ux. Warum? Weil’s legit­im ist. Seit 2017 betreibe ich einen Ubun­tu-Blog, pri­vat wie geschäftlich laufen meine Sys­teme fast durchge­hend auf Debian-Derivat­en – sta­bil, leise, effizient. Und wenn’s mal richtig kom­pliziert wird, hätte ich sog­ar jeman­den in der Hin­ter­hand, der für knif­flige Net­zw­erk-Prob­leme unter Lin­ux ins Feld ziehen kön­nte. Aber ich war von Anfang an real­is­tisch: „Das bucht in Linz eh kein­er.“ Und wie sich zeigt – die Real­ität gibt mir recht. Die meis­ten Rech­n­er, denen ich hier begeg­ne, atmen tief­stes Win­dows – manch­mal so tief, dass sog­ar noch XP auf­taucht. Dank mein­er Arbeit jet­zt zumin­d­est ein Exem­plar weniger.

Umso mehr war ich über­rascht, als eine What­sApp-Nachricht ein­traf. Absenderin: eine junge Frau, die ich im Fol­gen­den ein­fach Han­na nenne.

Han­na: „Ihr machts a Lin­ux?“

Ich: „Ja! Instal­la­tion, Wartung, Ein­rich­tung von Apps und Periph­erie – was darf’s sein?“

Han­na: „Ich studi­er an der PH. Mein Prof hat gemeint, wir soll­ten mehr Lin­ux nutzen.“

Han­na: „Ich hab euern Fly­er gese­hen und wollt fra­gen, ob ihr Lin­ux macht.“

Ich: „Hier ist der Link zum Leis­tungskat­a­log – Seite 6 sind unsere Lin­ux-Leis­tun­gen.“

Han­na: „Da ste­ht nix von Lin­ux.“

Ich: „Stimmt! Wir haben uns auf Ubun­tu spezial­isiert – das ist in den DACH-Staat­en am weitesten ver­bre­it­et und hat eine hohe Kom­pat­i­bil­ität mit Hard- und Soft­ware.“

Han­na: „Na, des muss schon Lin­ux sein.“

Han­na: „Mei Prof hat expliz­it von Lin­ux gere­det – des mit dem Pin­guin.“

😑 Ich: „Stell dir einen Men­schen vor: Alles, was du nicht siehst – also Skelett und Organe – ist bei allen gle­ich. Das ist Lin­ux. Das Äußere, also Klei­dung, Frisur usw., ist unter­schiedlich – das sind die Dis­tri­b­u­tio­nen. Ubun­tu, SteamOS, Fedo­ra, open­SUSE … es gibt über 500 ver­schiedene.“

Han­na: „Des kann scho alles sein, aber wenn, brauch ich des orig­i­nale Lin­ux.“

😑 Ich: „Wenn der Name Lin­ux drin­ste­hen soll, kann ich dir z. B. Lin­ux Mint (basiert auf Ubun­tu) oder MX Lin­ux (basiert auf Debian) instal­lieren. Ich will dir nix auf­schwatzen – wenn du magst, küm­mere ich mich auch ein­fach um dein Win­dows-Note­book. Aber vielle­icht fragst du deinen Prof ein­fach nochmal, was genau er meint.“

Han­na: „Na, bei mir is Win­dows 10 drauf. 11 schafft er nim­mer, und der Prof hat halt Lin­ux gemeint. Vielle­icht meld ich mich nochma.“

So langsam ver­stand ich, warum viele IT-Dien­stleis­ter auf kostenpflichtige Hot­lines oder KI-ges­teuerte Sprach­bots set­zen. Die unent­geltliche Aufk­lärungsar­beit frisst Zeit – und oft geht’s den Leuten eigentlich nur darum, sich kosten­los eine Bedi­enungsan­leitung rauszuziehen. In diesem Fall war’s okay. Wenn’s um Lin­ux geht, fühl ich mich in Linz manch­mal wie ein Mis­sion­ar – obwohl das nicht ganz stimmt: Ich mag Win­dows genau­so. Ich bekehre nie­man­den zum Pin­guin, ich will nur ein biss­chen mehr Vielfalt in Oberöster­re­ichs Betrieb­ssys­tem­land­schaft brin­gen.

Das Bild zeigt einen Screenshot von Ubuntu 24.04.2 LTS im eleganten „Dark Mode“. Die geöffnete Aktivitäten-Suchleiste bildet das Zentrum der Aufnahme und vermittelt einen ersten Eindruck davon, wie sich das Arbeiten auf einem modernen Linux-Desktop anfühlt: ruhig, fokussiert, aufgeräumt. In der Suchübersicht sind drei Programme prominent dargestellt – das vertraute Papierflieger-Icon von Telegram, das ikonische Terminal-Fenster mit schwarzem Hintergrund, und Microsoft Teams für Linux, das sich farblich harmonisch in die dunkle Oberfläche einfügt. Am linken Rand schiebt sich dezent die vertikale, lilafarbene Taskleiste ins Bild – ein typisches Merkmal der Gnome-Oberfläche unter Ubuntu. Sie verleiht dem Screenshot eine visuelle Struktur und rundet die Szene grafisch ab. Insgesamt wirkt alles klar, funktional und gleichzeitig angenehm unaufgeregt. Das Bild dient im Artikel als atmosphärisches Dekoelement – ein kleiner visueller Ausflug für Leserinnen, die sich unter „Linux“ bislang vielleicht nur einen schwarzen Bildschirm mit blinkendem Cursor vorgestellt haben. Hier wird sichtbar: Ubuntu kann modern, freundlich und absolut alltagstauglich aussehen. Zuerst veröffentlicht: Computerheld Linz - Mai 2025

Einige Tage später meldete sich Han­na wieder – dies­mal in deut­lich formellerem Ton. Aus dem läs­si­gen „Machts a Lin­ux?“ war plöt­zlich etwas gewor­den, das klang wie aus einem Amts­gang am Mag­is­trat.

Han­na: „Hal­lo, ich habe Rück­sprache gehal­ten. Mein Prof sagte, dass Ubun­tu gin­ge. Kön­ntest du auch direkt in die PH kom­men, Ubun­tu instal­lieren und es mir ein biss­chen erk­lären?“

Ich: „Hi, ja – alles kein Prob­lem. Möcht­est du, dass ich Ubun­tu neben Win­dows 10 instal­liere, sodass du beim Start auswählen kannst, oder soll Win­dows erset­zt wer­den?“

Han­na: „Auf dem Note­book soll kein Win­dows mehr sein.“

Wir vere­in­barten einen Ter­min. Tre­ff­punkt: erstes Obergeschoss der Päd­a­gogis­chen Hochschule in der Kaplan­hof­s­traße. Han­na erschien im schwarzen Train­ingsanzug mit Cap­py – als würde sie gle­ich irgend­was Ille­gales durchziehen. An ihrer Seite eine Kom­mili­tonin, die mit Nick­el­brille und akku­rat geschnit­ten­em Bob so aus­sah, als würde sie im Hin­ter­grund für bei­de die Hausar­beit­en schreiben.

Doch bevor Han­na den Auf­trag unter­schrieb, ging das Tänzchen wieder los:

Han­na: „Also Ubun­tu ist wirk­lich Lin­ux?“

😑 Ich: „Ja. Wir kön­nen auch kurz Chat­G­PT auf meinem Lap­top fra­gen.“

In Gedanken: Das hättest du in den let­zten sieben Tagen auch selb­st googeln kön­nen.

Han­na: „Na, wenn du des sagst, passts scho. Ich will halt wirk­lich Lin­ux und nix anders.“

In diesem Moment war sie wieder da – die ursprüngliche Han­na. Keine Amts­formeln, keine verkopfte Unsicher­heit – nur die direk­te, unge­brem­ste Art vom ersten Kon­takt.

Ich: „Wenn Ubun­tu instal­liert ist, alles ein­gerichtet und die Updates laufen, wirst du sehen – das Wort Lin­ux ste­ht an jed­er Ecke.“

Han­na: „Ja dann passts. Dann mach.“

Bevor sie es sich anders über­legen kon­nte, war mein Instal­la­tion­s­stick schon im Note­book und Ubiq­ui­ty ges­tartet. Ihre Kom­mili­tonin stand still daneben, sagte kein Wort – und plöt­zlich wurde mir klar, an wen sie mich erin­nerte: an Mar­cie aus Char­lie Brown.

Das Foto wurde in der Pädagogischen Hochschule in der Kaplanhofstraße aufgenommen – und wer schon einmal dort war, erkennt den Ort sofort: ein typischer Vierertisch, umrahmt von hohen, schwarzen Trennwänden, die eine halboffene Lerninsel bilden. Die Sitzflächen der Couch sind leuchtend rot und setzen einen markanten Kontrast – irgendwo zwischen Designmöbel und Studi-Lounge. Im Fokus des Bildes steht Hannas aufgeklappter Laptop. Der Bildschirm zeigt den Bootvorgang vor einer Ubuntu-Installation: schwarzer Hintergrund, mittig das HP-Logo, darunter das bekannte Ubuntu-Symbol in kreisförmiger Ladeanimation. Es ist der Moment kurz vor dem Ubiquity-Installer – unspektakulär für manche, aber symbolisch für einen Systemwechsel. Am Gerät steckt ein USB-Stick, befestigt an einem Schlüsselring, der gleich mehrere weitere USB-Sticks trägt – fast wie ein digitaler Werkzeuggürtel. Der Anblick wirkt ruhig, aufgeräumt und doch aufgeladen: ein technischer Zwischenzustand voller Möglichkeiten, irgendwo zwischen Notebook und Neuanfang. Computerheld Linz Mai 2025

Auf dem Auf­trag stand schlicht „Ubun­tu instal­lieren“. Erst während des Setups fiel mir auf, dass ich Han­na gar nicht gefragt hat­te, ob sie den Sys­tem­da­ten­träger ver­schlüs­seln will.

Ich: „Es tut mir leid – ich hätte dich noch fra­gen müssen, ob ich Ubun­tu mit Ver­schlüs­selung instal­lieren soll. Ger­ade bei einem Note­book wäre das sehr zu empfehlen. Wir müssten dafür aber einen neuen Auf­trag schreiben, weil das eine eigene Leis­tung ist.“

Han­na: „Na, des brauchts ned. Ich bin die Einzige, die das Note­book benutzt.“

Ich: „Du nutzt es in der Uni, in der Bib­lio­thek, in Kaf­fee­häusern … vielle­icht auch mal in einem Hotel oder irgend­wo im Urlaub, oder? Wenn du auf die Toi­lette gehst, nimmst du ja nicht dein ganzes Zeug mit. Du meldest dich ein­fach ab, der Bild­schirm sper­rt sich – und beim Zurück­kom­men gib­st du dein Pass­wort ein. Richtig?“

Han­na: „Ja, so wie du sagst. Ich klapp’s halt zu.“

Ich: „Okay. Und wenn dir in genau dem Moment jemand das Note­book klaut, sind ohne Ver­schlüs­selung alle deine Dat­en offen zugänglich. Als junge Frau wärst du ein beson­ders lohnen­des Ziel – die suchen nicht nach PDF-Dateien, son­dern nach kom­pro­mit­tieren­den Bildern. Solche Sachen lan­den dann in Erpres­sungs-E-Mails, nen­nt sich Sex­tor­tion.“

Han­na: „Oida, echt jet­zt? Sowas gibt’s?“

Ich: „Klar. Aber du bist eh auf der sicheren Seite – als Studierende erhältst du bei mir 20 % Rabatt auf alle Leis­tun­gen. Wir schreiben kurz einen neuen Auf­trag, und du bekommst für unter 100 Euro ein per­fekt ein­gerichtetes Ubun­tu mit voller Daten­trägerver­schlüs­selung. Danach kannst du über­all entspan­nt aufs Klo gehen.“

Han­na (blickt zu Mar­cie): „Was meinst?“

Mar­cie: „Macht schon Sinn.“

Während der Instal­la­tion sprach Han­na plöt­zlich über Nach­haltigkeit – wie sin­nvoll es doch sei, kein neues Win­dows-Note­book zu kaufen, son­dern auf Lin­ux zu set­zen. Es klang ein wenig so, als wolle sie Mar­cie damit überzeu­gen, selb­st auch den Sprung zu wagen.

Der Screenshot zeigt das Festplattenverwaltungs-Tool „Disks“ unter Ubuntu 24.04.2. Im Zentrum steht eine SanDisk SSD mit 1 TB Kapazität, auf der ein verschlüsseltes Laufwerk eingerichtet ist – deutlich gekennzeichnet durch das Kürzel „LUKS“, das für „Linux Unified Key Setup“ steht. Ein kleiner orangefarbener Pfeil hebt den verschlüsselten Bereich visuell hervor und verweist auf das integrierte Sicherheitssystem. Rechts unten im Fenster ist ein zusätzliches Schlosssymbol eingezeichnet – ebenfalls in Orange – das die aktive Verschlüsselung nochmals unterstreicht. Die farbliche Gestaltung wirkt dezent, aber klar: Hier ist etwas geschützt, abgeschirmt, sicher. Das Bild verdeutlicht, was bei der Ubuntu-Installation oft unsichtbar bleibt: Wer die Verschlüsselung aktiviert, schützt nicht nur den Zugriff im laufenden Betrieb, sondern auch im physischen Fall. Selbst wenn die Festplatte ausgebaut und an ein anderes Gerät angeschlossen wird, bleibt der Zugriff ohne das Passwort verwehrt. Auch Änderungen oder Reparaturen am Dateisystem sind in diesem Zustand nicht möglich – ein stiller Hinweis darauf, wie ernst Ubuntu Datensicherheit nehmen kann, wenn man es möchte. Computerheld Linz Mai 2025

Mar­cie: „Ähm, eine Frage – ist diese Ver­schlüs­selung bei Win­dows 11 mit drin?“

Ich: „Ab Win­dows 11 Pro ja. Muss aber meist erst aktiviert wer­den.“

Ich reichte Mar­cie eine laminierte Ver­sion meines Leis­tungskat­a­logs.

Ich: „Hier, ab Seite 7 begin­nen die Win­dows-Sys­tem-Leis­tun­gen.“

Ich: „Instal­la­tion fer­tig! Han­na, du bist jet­zt stolze Besitzerin eines Lin­ux-Sys­tems.“

Han­na: 😁

Ich: „Was dir dein Prof ver­mut­lich nicht gesagt hat: Die Akku­laufzeit ist unter Lin­ux meist schlechter als unter Win­dows. Ich kon­fig­uriere dir jet­zt ein paar Energies­parmech­a­nis­men, damit du möglichst lange durchkommst. Hier oben ist die Leiste – damit kannst du die Bild­schirmhel­ligkeit regeln. Wenn du im Dunkeln arbeitest, mach’s bitte auch dunkel – gut für die Augen, gut für den Akku.“

Han­na: „Ah, okay. Kannst du mich gle­ich ins eduroam brin­gen und die Dat­en von meinem Stick kopieren?“

Ich: „Ich bring dich ins WLAN, instal­liere die Updates und zeige dir kurz, wo alles ist. Für den Dat­en-Trans­fer bräucht­en wir eigentlich wieder einen Auf­trag – aber glaub mir, das schaffst du selb­st. Ich muss näm­lich bald zum näch­sten Kun­den.“

Han­na: „Zeig mir – wo seh ich, dass es wirk­lich Lin­ux ist?“

😑 Ich: „Du öffnest das Ter­mi­nal hier und gib­st diesen magis­chen Befehl ein: cat /proc/version

Dort stand es nun, weiß auf magenta­far­ben­em Ter­mi­nal-Hin­ter­grund:

Lin­ux ver­sion 6.8.0–59-generic

Han­na: 😁

Mar­cie: 😶

Ich: „Darf ich dir die Rech­nung nach­haltig an deine E‑Mail schick­en?“

Han­na: „Was? … Öh, ja.“

Während ich zusam­men­pack­te, sagte Han­na gefühlt zwanzig­mal: „Wie cool!“ Für einen kurzen Moment hat­te ich den Impuls, ihr wie Xzib­it bei Pimp My Ride ans T‑Shirt zu greifen und zu sagen: „You are offi­cial­ly pimped!“ Aber ich ließ es bleiben. Dieser Humor war ver­mut­lich nicht Gen-Z-kom­pat­i­bel – und so ver­ab­schiedete ich mich pro­fes­sionell.

Das Foto zeigt erneut Hannas Laptop, aufgenommen an einem der typischen Vierertische in der Pädagogischen Hochschule Kaplanhofstraße – eingerahmt von den markanten schwarzen Trennwänden und den leuchtend roten Sitzflächen der Couch. Die Szene wirkt vertraut: wie ein stiller Schnappschuss zwischen Seminar und Selbstlernphase, mitten im echten Studienalltag. Diesmal aber ist Ubuntu bereits vollständig installiert. Der Desktop zeigt die Oberfläche von Ubuntu 24.04.2 LTS im Live-Betrieb. Offen ist das praktische Schnellmenü in der rechten oberen Ecke – sichtbar sind Regler für Bildschirmhelligkeit und Lautstärke, beides modern gestaltet und intuitiv bedienbar. Bluetooth ist aktiviert, das WLAN verbunden – und zwar mit dem eduroam-Netzwerk der PH. Es ist ein kleines, aber bedeutendes Detail: Der Laptop ist nun voll einsatzbereit, sicher eingerichtet, vernetzt mit der Bildungswelt – und bereit für das, was Hanna vorhat. Das Bild vermittelt Ruhe, Stabilität und Funktion. Kein Setup-Screen mehr, kein Terminal – nur ein funktionierendes Linux-System, bereit für den Alltag einer digitalen Studentin. Computerheld Linz

Fazit

Han­na ist die Art Men­sch, der zuerst springt und erst danach fragt, wie tief’s ist – wach, entschlossen und garantiert nicht so leicht aus der Ruhe zu brin­gen. Ich bin mir sich­er: Sie wird sich in Ubun­tu schneller ein­find­en, als man „Ter­mi­nal“ sagen kann.

War’s helden­haft? Von Linus Tor­valds über Mark Shut­tle­worth und René Rebe bis hin zu Leo XIV. wür­den ver­mut­lich alle mit einem deut­lichen Ja antworten. Han­na: sichtlich glück­lich. Mar­cie: bes­timmt bald die Näch­ste. Und der ominöse Prof? Hof­fentlich stolz wie Oskar.

Ein schön­er Ein­satz – zwis­chen all den Drucker‑, WLAN- und Virus­prob­le­men, mit denen ich mich son­st herum­schlage, war das fast schon eine kleine Erweck­ung.