Im Frühjahr 2026 lief die Computerheld-Hotline wegen einer Sache heiß: Microsoft Office kaputt. Die Fehlermeldung war bei nahezu allen Anrufen identisch: „Ich mache Word auf und es schließt sich sofort wieder.“ Untermalt wurde der Sachverhalt meist kurz darauf mit dem Klassiker: „Ich habe nichts gemacht, wirklich.“ Was war also passiert? Zunächst muss man wissen, dass der Supportzeitraum für Office 2016 und Office 2019 am 14. Oktober 2025 ausgelaufen ist. Seit diesem Datum stellt Microsoft keine Updates oder Kompatibilitätstests mehr für diese Versionen bereit. Die gute Nachricht: Die sogenannten Klick-und-Los-Versionen (Click-to-Run), die bei praktisch allen unserer Kunden im Einsatz sind, funktionieren weiterhin grundsätzlich problemlos. Der Knackpunkt liegt an anderer Stelle. Während Office selbst unverändert bleibt, erhält Windows 11 weiterhin regelmäßige Updates. Diese Updates werden jedoch nicht mehr gegen ältere Office-Versionen getestet, deren Support bereits ausgelaufen ist. Genau hier entstehen die Probleme.
⚙️ Technischer Hintergrund
Word und Excel hängen stark an Windows-Komponenten wie dem Drucksystem oder sogenannten Erweiterungen (Add-ins). Beim Start laden die Programme automatisch Druckertreiber, Schriftarten und Erweiterungen von Drittanbietern. Nach Windows-Updates kann es daher vorkommen, dass ältere Office-Versionen direkt abstürzen – insbesondere wenn ein Druckertreiber oder ein Add-in nicht mehr vollständig kompatibel ist.
Bei Privatanwendern haben wir das alte Microsoft Office sofort wieder instandgesetzt. Manche Kunden nutzten die Gelegenheit und sind direkt auf eine kostenfreie Alternative wie LibreOffice umgestiegen. Unsere zahlreichen Freiberufler haben wir dagegen anders beraten.

Physiotherapeuten, Gesangslehrerinnen, Autoren sowie Immobilien- und Hausverwalter können nicht einfach mal so auf SoftMaker FreeOffice oder LibreOffice umsteigen. Sie sind Teil einer Arbeitskette, die mit Microsoft-Office-Dateiformaten funktioniert. Gleichzeitig hängt ihre berufliche Existenz an einer sicheren IT-Infrastruktur – und genau die sollte man nicht unnötig aufs Spiel setzen.
Kundin 📱: „Können Sie mir mein 2019er-Excel einfach schnell reparieren?“
Ich: „Wenn Sie Privatnutzerin wären, sofort. Aber Sie sind Unternehmerin.“
Ich: „Sie verschicken täglich XML-Dateien über Microsoft Outlook und bekommen regelmäßig Phishing-Mails. Damit tragen Sie Verantwortung – für sich selbst und auch für andere.“
Kundin 🤔: „So habe ich das noch gar nicht gesehen. Aber ich muss ja weiterarbeiten – was soll ich jetzt tun?“
Ich: „Entweder Sie kaufen Microsoft Office 2024 – das wird bis Oktober 2029 unterstützt. Oder Sie schließen ein Microsoft-365-Abo ab. Das liegt im Moment bei etwa 99 € im Jahr und soll Gerüchten zufolge im Sommer teurer¹ werden. Rechnen Sie das einfach für sich durch.“
Ich: „Wenn Sie sich entschieden haben und bei der Installation Hilfe brauchen, schicke ich jemanden zur Unterstützung vorbei.“
Kundin 🙂: „Danke für die Beratung. Ich dachte schon, ich hätte mir einen Virus eingefangen. Dann hole ich mir einfach eine neue Office-Version – und wenn es Probleme gibt, melde ich mich wieder.“

⚠️ Einordnung
Experten² gehen davon aus, dass Microsoft langfristig alle Office-Nutzer in das Abomodell Microsoft 365 führen möchte. Für viele Anwender hat das durchaus Vorteile: Updates laufen automatisch und man muss sich nicht mehr um Supportzeiträume oder Lizenzfragen kümmern. Wir beraten Sie gerne, ob und wie Sie sich ohne Nachteile von diesem Zwang lösen können. Alternativ zeigen wir Ihnen, wie Sie weiterhin sicher und produktiv mit Microsoft-Tools arbeiten.
Während das Alltagsgeschäft von Computerheld im Frühjahr 2026 problemlos und durchweg positiv verlief, hakt es beim Server-Projekt (hier geht es zu Teil 1). Der Sprachschulenbetreiber Ferdi war einerseits nicht glücklich darüber, wie lange der Zusammenbau der Hardware dauert. Auf der anderen Seite verneigte er sich regelrecht vor meinen Beschaffungskünsten.
Ich 📱: „Servus Ferdi, länger nicht gesprochen. Wollte dir nur sagen, dass ich mich für einen AMD Ryzen 7 PRO 5750G entschieden habe. Frag nicht wie und woher – aber irgendwer hat heute ein kleines Paket mit mysteriösem Absender vor meine Tür gelegt. CPU-Problem also gelöst.“
Ferdi 🙂: „Du, ich bin gerade im Hotel-Spa. Die CPU sagt mir nichts – erzähl mal was darüber.“
Ich: „Ich sollte ja “breit” denken. AMD PRO-CPUs sind Business-Chips, gemacht für Virtualisierung. Der 5750G hat 8 physische Kerne und 16 SMT-Threads – also perfekt für mehrere kleine Hyper-V-Instanzen. Trotz Boost bis 4,6 GHz und integrierter GPU ist die CPU erstaunlich sparsam und zieht im Betrieb vielleicht 20 bis 30 Watt.“
Ferdi: „Das klingt hervorragend! Also ist der Server hardwareseitig einsatzbereit?“

Ich: „Nein, ich warte noch auf den DDR4-RAM. Der ist seit zehn Tagen bestellt, aber bisher wurde noch nichts verschickt.“
Ferdi 😐: „Woran hapert es denn noch? Was hast du bestellt? Das gibt’s doch nicht – ich dachte, wir können bald starten.“
⚙️ TL;DR
Ferdi hat sich bewusst für ein DDR4-System entschieden, weil er den aktuellen DDR5-Preiswahnsinn³ nicht mitmachen wollte. KI-Rechenzentren kaufen derzeit enorme Mengen an DDR5-RAM auf, gleichzeitig stellen viele Unternehmen ihre Infrastruktur auf DDR5 um. Dadurch ist es im Frühjahr 2026 wirtschaftlich kaum sinnvoll, ein neues DDR5-System aufzubauen. Gleichzeitig ist der Markt für DDR4-Speicher inzwischen stark ausgedünnt, weil viele Hersteller ihre Produktionslinien bereits umgestellt haben.

Ferdi: „Verstehe. Ich bekomme das hier in Ungarn gar nicht so mit. Kannst du dir vielleicht etwas einfallen lassen? Wir können auch erstmal klein mit 32 Gigabyte starten.“
Ich: „Gut, ich storniere die Bestellung und lasse mir wieder einmal etwas einfallen. Ansonsten sieht es gut aus: Ich habe bereits die Lüfter ausgetauscht, um mein leises Saugen-Blasen-Airflow-Konzept umzusetzen.“

Ferdi 😎: „Apropos Lüfter – hast du schon einen CPU-Kühler? Ich will das System absolut leise haben.“
Ich: „Ist bestellt, aber noch nicht geliefert.“
Ferdi 😩: „Vroni, was machst du denn?! Du willst mir doch nicht ernsthaft erzählen, dass irgendein Alpenföhn Brocken oder eine AiO-Wasserkühlung nicht lieferbar sind.“
Ich: „Natürlich ist 08/15-Konsumerware lieferbar. Aber ein Tower-Kühler zerstört mir das ganze Airflow-Konzept – genauso wie eine wartungsintensive AiO-Wasserkühlung. Wir brauchen Durchzug im Gehäuse, damit die ganzen mechanischen Festplatten leise gekühlt werden können. Deshalb habe ich einen horizontalen CPU-Kühler mit hochwertigen Kupfer-Heatpipes bestellt, der nicht im Weg steht. Der kommt bald – keine Sorge.“
Ferdi 🙂: „Das klingt schon logisch, was du sagst. Aber ich hätte nie gedacht, dass das so ein Mammutprojekt wird. Wie schaut’s budgetmäßig aus?“

Ich: „Wir sollten hinkommen. Ich habe bereits eine zusätzliche PCIe-Netzwerkkarte mit 2,5‑Gigabit-Ethernet eingebaut, weil du meintest, dass ich das System später auch betreuen soll. Ich plane nämlich eine VM-Firewall.“
Ferdi: „Gut mitgedacht. Machen wir so, passt.“
Ich: „Ein vollmodulares Netzteil mit 80-Plus-Gold-Zertifizierung sitzt übrigens auch schon drin. Ferdi, hab ein bisschen Geduld. Du bekommst ein maßgeschneidertes System mit sorgfältig ausgewählten Komponenten – kein Medion-Serienmodell.“
Ich (scherzhaft): „Man Ferdi, ich stelle die Fotos von deinem Server eh aus. Die kannst du deinen Leuten im Bayliner-Yacht-Club zeigen – dann bist du dort der Star.“
Ferdi 😄: „Die interessieren sich eher für Oldtimer – zum Beispiel einen 300 SL von Mercedes.“

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Referenzen:
¹Schüßler, Jan: Warum Microsoft 365 nicht mehr tragbar ist. youtube.com (03/2026).
²Dumont, Andreas: Es geht auch ohne Microsoft: Office gratis! In: CHIP Nr. 1 (2026). S. 110.
³Hirsch, Christian: PC-Verkäufe legen trotz Zollchaos und RAM-Knappheit zu. In: c’t Nr. 5 (2026). S. 43.