Ein individueller Photoshop-PC statt Massenware – Planung eines White-Builds mit AMD Ryzen 7 8700G
Linz ist ohne Zweifel eine Kulturstadt. Neben dem Pflasterspektakel, dem Kronefest, der Linz Pride und dem Sommerfest der FPÖ im Bellevuepark gibt es ständig Veranstaltungen für wirklich jeden Geschmack. Mein Jüngster besuchte die Krabbelstube an der Kunstuni, weshalb ich im Laufe der Zeit schon den einen oder anderen kulturschaffenden Paradiesvogel kennenlernen durfte. Mir persönlich ist das meistens zu laut und zu voll. Wenn hingegen ein paar ältere Herren am Parkplatz des Eurospar Oed gemütlich ihr Puntigamer trinken und dabei Andrea Berg aus einem Kofferradio dudelt, setze ich mich lieber dort in die Nähe und genieße die Atmosphäre. Mit den modernen Subkulturen und all den neuen Begrifflichkeiten bin ich ohnehin völlig überfordert. Das sollte sich allerdings im Juli 2026 schlagartig ändern – als plötzlich ein Amazon-Paket vor meiner Haustür lag.
Kunde 📱 (Männerstimme, ohne Punkt und Komma): „Vroni! Hier ist die Gallotti! Endlich erreiche ich dich. Ich hab schon ein paar Mal aufgelegt, weil da immer Männer drangegangen sind. Ich bin doch so schüchtern, weißt. Ist es okay, wenn ich Vroni sage? Du musst mir einen PC bauen. Du musst! Hörst du? Ich hab schon so viel von dir gelesen – ich hab das Gefühl, ich kenn dich schon ewig.“
Ich 📱 (falle ins Wort): „Ja, alles gut, einen Moment. Ich kann Ihnen gerne einen guten Online-Shop empfehlen. Dort können Sie sich über einen Konfigurator ein passendes System zusammenstellen. Es werden nur Komponenten angeboten, die miteinander kompatibel sind. Das ist günstiger und am Ende auch zielführender, als wenn ich …“
Gallotti 😠: „Jetzt siezt sie mich. Sie siezt mich wirklich! Vroni! Ich will keinen PC aus einem Konfigurator und auch nichts von der Stange. Ich will etwas Einzigartiges – von dir gebaut! Verstehst du das denn nicht? Ich hab dir doch sogar schon ein Motherboard geschickt, damit du von der Größe aus planen kannst. Denn die Größe zählt schließlich, gell, Schätzilein?“
Ich (unterbreche erneut): „Also magst du’s eher klein? Das GIGABYTE B650M ist ja ein Micro-ATX-Board.“
Gallotti 😂: „Du bist so ein freches Miststück! Ja, bei PCs – und wirklich nur da – mag ich’s klein. Gib mir mal deine Kontonummer. Ich überweise dir gleich 1.000 Euro, damit du den Rest bestellen kannst. Nein das ist Unsinn. Ich überweise dir 1.000 Euro, damit du siehst, dass ich es ernst meine. Rest folgt dann peu à peu.“
Gallotti: „Jetzt sei mal kurz ruhig und hör mir ganz genau zu.“
Ich: 🤯
Gallotti: „Ich war früher ein richtiges Nerd-Girl und habe meine PCs immer selbst gebaut. Aber heute fehlt mir einfach die Zeit. Ich betreibe mit einer Freundin eine Queer-Bar und organisiere zusätzlich Veranstaltungen. Deshalb sollst du mir einen hochwertigen Computer bauen – einzigartig und High Femme. Da zählt jede einzelne Schraube! In dem Paket müssen außerdem weiße, gesleevte SATA-Kabel liegen. Du wirst durch mich berühmt! Hast du’s jetzt endlich verstanden?“
Ich (in Gedanken): „Ich sagte zum Veit: Du weißt Bescheid, auch duuu wirst jetzt ein Star!’“ (Props an J.B.O.)
Ich 🤔: „Gut, ich glaube, ich weiß jetzt, was du willst: einen PC zum Herzeigen – mit ausgewählten Komponenten aus aller Welt und einem Anlagehorizont von etwa fünf Jahren. Dafür brauchst du allerdings vor allem Zeit und Geld. Seit dem 1. Juli 2026 ist die Zollfreigrenze für Kleinsendungen weggefallen. Zusätzlich gibt es jetzt eine Pauschalgebühr für Waren aus Nicht-EU-Ländern. Dein Mainboard braucht außerdem DDR5-Arbeitsspeicher. Der ist nach wie vor sauteuer und nicht immer leicht zu bekommen. Da wird dein Sugar-Daddy wohl noch einen Tausender nachschießen müssen.“
Gallotti 🤣🤣 (kugelt sich vor Lachen): „Hast du gerade Sugar-Daddy gesagt? Wo ihr Hetero-Muttis immer diese Begriffe her habt – köstlich! Du, die ganzen technischen Details langweilen mich. Mach dir wegen des Geldes keinen Kopf. Ruf mich einfach an, wenn du irgendwas brauchst.“
Gallotti: „Also, dann legst du jetzt gleich los, oder? Ich muss nämlich auch schon wieder weiter.“
Ich 🖐️: „Moment! Du hast mir noch gar nicht verraten, wofür du den PC eigentlich brauchst.“
Gallotti: „In erster Linie für Photoshop. Das läuft eigentlich ständig. Ich gestalte unsere Webseite, Speisekarten und retuschiere die Partyfotos. Dann noch Adobe Acrobat Pro DC und das ganze Office-Gedöns. Sicher muss das System natürlich auch sein – ich bekomme locker 300 E‑Mails am Tag. So, sonst noch Fragen?“
Ich: „Ja. Wie stellst du dir denn das Design vor?“
Gallotti 🙄 (hörbar genervt): „Überrasch mich einfach. Hauptsache leise und ein Hingucker.“
Ich: „Hey, wir sprechen hier von einem Projekt im Wert von mehreren Tausend Euro. Gib mir einfach zwei spontane Antworten: Was ist dein Lieblingsdessert und welches Lied hörst du momentan am liebsten?“
Gallotti 🤔: „Himbeerkuchen. Und… ich hör im Moment total gern die alten Sachen von Halsey und NESS.“
Ich 😊: „Perfekt. Dann habe ich alles, was ich brauche. Ich melde mich wieder. Rechne aber mit ungefähr vier Wochen – ich halte dich natürlich auf dem Laufenden.“
Adobe Photoshop 27 (2026) setzt eine DirectX-12-fähige Grafikkarte voraus und empfiehlt mindestens vier Gigabyte Videospeicher (VRAM). Diese Anforderungen erfüllt bereits eine AMD Radeon RX 550, die im Juli 2026 für rund 130 Euro erhältlich war. Genau eine solche Standardlösung wollte Gallotti jedoch ausdrücklich nicht. Gesucht war kein gewöhnlicher Office-PC mit einer beliebigen Grafikkarte, sondern ein durchdachtes, elegantes Gesamtkonzept, bei dem Leistung, Energieeffizienz und Design gleichermaßen im Vordergrund stehen.
Aus diesem Grund fiel meine Wahl nicht auf eine dedizierte Grafikkarte, sondern auf den AMD Ryzen 7 8700G. Die integrierte Radeon 780M übertrifft eine Radeon RX 550 in mehreren entscheidenden Punkten:
- Sie bietet eine höhere Grafikleistung, unterstützt ein moderneres DirectX-12-Feature-Level und greift direkt über den integrierten Speichercontroller auf den schnellen DDR5-Arbeitsspeicher zu.
Gleichzeitig entfallen die Anschaffungs- und Energiekosten einer separaten Grafikkarte. Das Ergebnis ist ein Rechner, der weniger Wärme erzeugt, leiser arbeitet, weniger Strom verbraucht und durch seinen aufgeräumten Innenraum den hochwertigen Gesamteindruck unterstreicht.
APUs wie der Ryzen 7 8700G fristen im österreichischen Online-Handel eher ein Nischendasein und sind deshalb meist problemlos erhältlich. Wer sich jedoch für eine solche CPU-GPU-Kombination entscheidet, muss dem Arbeitsspeicher besondere Aufmerksamkeit schenken. Die integrierte Radeon 780M besitzt keinen eigenen Videospeicher, sondern nutzt den DDR5-Arbeitsspeicher des Systems. Je höher dessen Bandbreite, desto besser fällt auch die Grafikleistung aus. Ein DDR5-6000-Kit mit aktiviertem AMD-EXPO-Profil ist daher keine Spielerei, sondern ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzepts. Und die Beschaffung eines solchen Speicherkits wird garantiert noch ein großes Problem für mich werden.
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